Diese Seite drucken
Donnerstag, 27 Februar 2025 08:50

Jahreshauptversammlung: Ein Jahr mit Höhen und Tiefen

Die Waldbesitzer der Region blicken auf ein Jahr mit Höhen und Tiefen zurück – eine Entwicklung, an die sie mittlerweile fast schon gewöhnt sind. Darüber berichtete die Waldbesitzervereinigung (WBV) Neuburg-Schrobenhausen bei ihrer Jahreshauptversammlung. WBV-Vorstand Alexander von Zwehl konnte dazu 96 Gäste und Mitglieder begrüßen.
JHV 25 2 1200
 
Aktuelle Herausforderungen für die Waldbesitzer
In seinem Grußwort informierte Martin Scholz, Bereichsleiter Forsten am AELF Ingolstadt-Pfaffenhofen, die Anwesenden über aktuelle forstliche Herausforderungen. Besonders betonte er die anstehende Borkenkäferbekämpfung: Durch die steigenden Temperaturen könnten bereits im März die ersten Käferflüge stattfinden. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, um Überwinterungsbäume zu suchen und zu entfernen.
Ein weiteres zentrales Thema war die Waldpflege. Licht am Waldboden sei essenziell für die Naturverjüngung und das Wachstum neu gepflanzter Bäume. Zudem verwies Scholz auf das forstliche Gutachten, das einen hohen Wildbestand in den Wäldern der Region festgestellt hat. In diesem Zusammenhang sei es wichtig, sich mit den Interessenvertretern bezüglich des neuen Jagdgesetzes auszutauschen, um die Handlungsfreiheit der Jäger zu sichern.
 
Wertschätzung für die Waldbesitzer
Die stellvertretende Landrätin Rita Schmidt würdigte die Waldbesitzer als „Klimaschützer vor Ort“ und dankte ihnen für ihre anspruchsvolle Arbeit. Der Bürgermeister von Ehekirchen, Günter Gamisch, unterstrich die Bedeutung von Zusammenschlüssen wie der WBV und berichtete stolz über die erfolgreiche Zusammenarbeit beim Bau eines Waldkindergartens.
 
Holzmarkt und betriebliche Entwicklungen
Geschäftsführer Ludwig Schön brachte zwei zentrale Botschaften mit: „Aktiv werden“ und „Ein Jahr mit Höhen und Tiefen“. Er rief die Waldbesitzer dazu auf, ihre Wälder aktiv zu pflegen und den aktuell guten Holzpreis für Erntemaßnahmen zu nutzen. In der Region gebe es erhebliche Durchforstungsrückstände – höchste Zeit, hier tätig zu werden.
Rückblickend war das vergangene Wirtschaftsjahr anfangs schwierig. Gründe dafür waren eine schwache Baukonjunktur, ein schwacher Energieholzmarkt sowie hohe Käferholzmengen im Sommer. Dennoch konnte die WBV positive Entwicklungen verzeichnen:
  • Die Mitgliederzahl wuchs bis Jahresende auf 1.213.
  • Mehr als 47.000 Festmeter Holz wurden vermarktet.
  • Neue Mitarbeiter Michaela Appel und Fritz Dorner verstärken das WBV-Team.
  • Josef Göbel, den Schön als „Garant der WBV“ bezeichnete, wurde in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
  • Im Herbst wurde die Software umgestellt.
Schön dankte den Unternehmern und Transportfirmen für ihre Unterstützung, wies jedoch auch auf den zunehmenden Arbeitskräftemangel in diesen Branchen hin.
 
Veranstaltungen und Finanzen
Im vergangenen Jahr organisierte die WBV zahlreiche Veranstaltungen, darunter eine Tagesfahrt der Vorstandschaft, die Teilnahme an der SOBA, diverse Online-Schulungen sowie Vor-Ort-Schulungen in Zusammenarbeit mit dem AELF.
Maria Haas von der Treukontax Steuerberatung berichtete über die Finanzen und konnte einen Gewinn im letzten Geschäftsjahr vermelden. Die Kassenprüfer Christian Appel und Dominik Schlecht bestätigten eine einwandfreie Buchführung, sodass die Vorstandschaft einstimmig entlastet wurde.
 
Zukunft des Holzbaus: Fachvortrag von Klaus Stöhr
JHV 25 3 1200
Ein Highlight des Abends war der Vortrag von Klaus Stöhr (Zimmerei-Holzbaufirma Ortner & Stöhr). Er zeigte auf, dass Holz als Baustoff zunehmend an Bedeutung gewinnt und noch großes Potenzial birgt – insbesondere im Sanierungsbereich, der aufgrund der hohen Sanierungsquote neue Möglichkeiten eröffnet.
Ortner & Stöhr setzt dabei auf neueste Vermessungstechnik sowie Massivholzwände und Holzständerwände ohne Leim, die vollständig wiederverwendbar sind. Zudem bleibt das im Holz gebundene CO₂ über die gesamte Nutzungsdauer erhalten, während im Wald bereits die nächste Baumgeneration heranwächst. Dadurch hat Holz gegenüber anderen Baustoffen, die mit hohem CO₂-Ausstoß produziert werden, klare Vorteile.
Nach der Versammlung nutzten viele Gäste die Gelegenheit für persönliche Gespräche mit dem Experten.
 
Da keine weiteren Anträge vorlagen, schloss Alexander von Zwehl nach rund zwei Stunden die Jahreshauptversammlung.
JHV 25 1 1200
Gelesen 306 mal