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Waldschutz

Waldschutz (6)

Bild von S. Hermann F. Richter auf Pixabay

In einer Mitteilung gab der Bayerische Waldbesitzerverband folgendes bekannt:

die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln - u. a. zur Bekämpfung des Borkenkäfers - gab seit längerer Zeit Anlass zu großer Sorge, da die Zulassungen für diese Mittel im Jahr 2020 ablaufen. Hier drohte ein unverzichtbares Element zur Kontrolle einer Schadsituation in absehbarer Zeit wegzubrechen. Es wurden daher vielfältige Anstrengungen unternommen, bei den Zulassungen der betroffenen Pflanzenschutzmittel wieder eine Perspektive zu erreichen. Nun gibt es einen ersten Erfolg.

Mit dem beigefügten Verlängerungsbescheid vom 5. Oktober 2020 hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Zulassung des PflanzenschutzmittelsKARATE FORST flüssig“ mit dem Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin (Zulassungsnummer 005618-00) bis zum 31.12.2021 verlängert! Somit verlängern sich auch die entsprechenden Abverkaufs- und Aufbrauchsfristen.

Dies ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die gewonnene Zeit wird nun genutzt werden, um Lösungen zu erreichen, die wieder eine langfristige Perspektive und sichere Verfügbarkeit der benötigten Mittel bieten.

Als WBV Neuburg-Schrobenhausen dürfen wir zusätzlich anmerken, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmittel immer das letzte Mittel sein sollte. Zuvor gibt es andere wirksame Methoden, z.B. bei der Bekämpfung des Borkenkäfers. Weitere Infos zur Bekämpfung des Borkenkäfers finden Sie hier: Waldschutzmaßnahmen - Borkenkäfer

 

Fotonachweis: Bild von S Hermann und F Richter auf Pixabay

Donnerstag, 23 April 2020 05:17

Vorsicht im Wald - hohe Waldbrandgefahr

Bild von Ylvers auf Pixabay

Mit der bislang ungewöhnlich warmen und trockenen Witterung im April nimmt die Waldbrandgefahr in weiten Teilen Bayerns stark zu. Darauf hat Forstministerin Michaela Kaniber hingewiesen. Besonders hoch ist derzeit die Gefahr in weiten Teilen Nordbayerns, die im Laufe der Woche weiter zunehmen wird. In den Landkreisen Aschaffenburg, Miltenberg, Main-Spessart, Bad Kissingen, Roth, Neumarkt in der Oberpfalz, Nürnberger Land und Rhön-Grabfeld wird schon jetzt zeitweilig die höchste Gefahrenstufe 5 erreicht. Auch in der südlichen Hälfte Bayerns verschärft sich die Lage. Aus diesen Gründen wurden in einigen Regierungsbezirken bereits Luftbeobachtungen zur Überwachung der Gefahrenlage angeordnet.

Trockene Nadelstreu und am Boden herumliegende Zweige sind leicht entzündlich. Ein Funke oder eine achtlos weggeworfene Zigarette können ausreichen, um einen folgenschweren Brand auszulösen. Die Ministerin rät deshalb Waldbesuchern, in Waldnähe auf Grillen und offenes Feuer zu verzichten und im Wald das bis Ende Oktober geltende Rauchverbot unbedingt einzuhalten. Ein nicht zu unterschätzendes Risiko sind ebenfalls Fahrzeuge mit heißem Katalysator: Schon im Eigeninteresse sollte man keinesfalls auf leicht entzündbarem Untergrund parken. Waldbesitzern wird empfohlen, beim Aufarbeiten von Borkenkäferschäden anfallendes Holz, Reisig oder Kronenmaterial nicht zu verbrennen, sondern aus dem Wald abzutransportieren oder zu hacken. Besonders waldbrandgefährdet sind lichte Kiefernbestände und stark frequentierte Wälder in Ballungsgebieten. Eine Entspannung der Gefahrensituation wird erst nach ergiebigen Regenfällen und sinkenden Temperaturen erwartet.

Weitere Information:

 

Fotoverzeichnis: Bild von Ylvers auf Pixabay
Literaturverzeichnis: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (21.04.2020) - Vorsicht im Wald - hohe Waldbrandgefahr, Abgerufen 23.04.2020 von https://www.stmelf.bayern.de/service/presse/pm/2020/243939/
 
Sturmschaden Sabine bea
Es sind stürmische Tage. Orkan Sabine fegt derzeit über ganz Bayern. Umgeworfene Bäume an den größeren Straßen werden von den Einsatzkräften freigeräumt. Nach ersten Erkenntnissen sind einzelne Bäume abgebrochen und umgeworfen. Das bisherige Schadensausmaß kann aber nicht über die Gefahr hinwegtäuschen, die im Wald und in der Nähe des Waldes lauert.
Wälder sollten momentan und in den nächsten Tagen nicht betreten werden. Es herrscht akute Lebensgefahr! Jederzeit können abgebrochene Gipfelstücke oder ganze Bäume der Wucht des Windes nicht mehr standhalten und umfallen.
Für den einzelnen Waldbesitzer gibt es daher keine Notwendigkeit, sofort mit den Aufräumarbeiten zu beginnen. Erst nach der Wetterberuhigung sollte man sich einen ersten Eindruck von den möglichen Waldschäden machen. Aufarbeitung von Sturmholz ist sehr gefährlich, da das gefallene Holz meist unter Spannung steht. Diese Arbeit sollten Sie einem Profi oder der Maschine überlassen.
Das bayerische Staatsforsten hat zu diesem Thema einen Videobeitrag veröffentlicht:
 
Wenn Sie als Waldbesitzer von Sturmschäden betroffen sind, bietet der Freistaat Bayern Hilfen an. Diese haben wir hier für Sie zusammengefasst: Holznutzung infolge höherer Gewalt (Kalamitäten)

Bild von Robert Forster auf Pixabay

Bayern und Österreich werden ihre forst- und agrarpolitische Zusammenarbeit verstärken. Am Rande der Internationalen Grünen Woche in Berlin berieten sich dazu Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und ihre österreichische Kollegin Elisabeth Köstinger, die nach der Wahl in Österreich im Januar 2020 zur Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus berufen wurde.

Fragen der Nachhaltigkeit standen im Mittelpunkt des bayerisch-österreichischen Gipfels. Großen Handlungsbedarf sehen die beiden Ministerinnen wegen der zunehmenden klimabedingten Schäden in den Wäldern. Die Schäden durch Trockenheit, Sturm, Schneebruch und durch den Borkenkäfer stellen Forstwirte in Bayern und Österreich vor große Herausforderungen. In Bayern wird die gesamte Schadholzmenge für 2019 auf rund zehn Millionen Festmeter geschätzt. Um das Ziel von klimastabileren, artenreichen Mischwäldern zu erreichen, vereinbarten die Ministerinnen eine engere Zusammenarbeit in der Waldforschung: Das in Teisendorf im Landkreis Berchtesgadener Land angesiedelte Amt für Waldgenetik wird künftig enger mit österreichischen Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten, um Grundlagen für den Waldumbau zu erarbeiten.

Im Privat- und Körperschaftswald in Bayern wurden bereits rund 70.000 Hektar umgebaut und weitere 30.000 Hektar entsprechend gepflegt. Ziel ist die nachhaltige Bewirtschaftung und Pflege der Wälder sowie eine stärkere Verwendung von Holz, zum Beispiel im Baubereich.

Mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen für die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) forderten die beiden Ministerinnen von der Europäischen Union ein Bekenntnis für die bäuerlichen Familienbetriebe. Dazu sei ein ausreichend hohes Budget für die anstehenden Herausforderungen für die Landwirtschaft erforderlich. Wenn die Anforderungen im Bereich des Agrarumwelt- und Klimaschutzes steigen, sei dies generell zu begrüßen. Allerdings dürfe dabei nicht vergessen werden, dass die Zahlungen aus Brüssel einen erheblichen Teil des Einkommens vieler Landwirtsfamilien ausmachen. „Insbesondere vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Anforderungen darf die Landwirtschaft in den beiden Ländern nicht allein gelassen werden“, sagte Kaniber.

 

Fotoverzeichnis: Bild von Robert Foster auf Pixabay
Literaturverzeichnis: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forstern (17.01.2020) - Bayerisch-österreischischer Gipfle auf der Grünen Woche, Abgerufen 24.01.2020 von https://www.stmelf.bayern.de/service/presse/pm/2020/236606/
Dienstag, 17 Dezember 2019 07:04

Stadt Warstein ist die PEFC-Waldhauptstadt 2020

Skywalk Möhnetal PEFC

Warstein im Sauerland ist die PEFC-Waldhauptstadt 2020. Die Stadt in Nordrhein-Westfalen wird den Titel „PEFC-Waldhauptstadt“ ein Jahr lang zur Bekanntmachung der zahlreichen Aktivitäten rund um das Thema nachhaltige Waldbewirtschaftung aktiv einsetzen. Den zweiten Platz im Wettbewerb sicherte sich die Gemeinde Laubach in Hessen.

Das Gesamtbild der Stadt Warstein ist geprägt von knapp 9.000 Hektar Waldfläche. Mehr als die Hälfte des Waldes, nämlich knapp 5.000 Hektar, gehören der Stadt selbst, also allen Bürgerinnen und Bürgern. Damit ist die Stadt Warstein der zweitgrößte kommunale Waldbesitzer in NRW. Der Forstbetrieb ist seit 2002 als nachhaltig in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht PEFC-zertifiziert. Gleichzeitig ist die 26.000-Einwohner-Stadt ein starker Wirtschaftsraum: Ihre Unternehmen exportieren Produkte in die ganze Welt und treiben Innovationen voran, 19 Unternehmen haben mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Stadt Warstein überzeugte die Jury im Besonderen durch kontinuierliche Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit - unter anderem mit einem selbst produzierten Video (siehe www.warstein.de) -, mit der die Herausforderungen des Klimawandels für die Wälder der Region der Bevölkerung nahegebracht werden. Zudem legt die Stadt großen Wert auf die Nutzung PEFC-zertifizierter Produkte und fordert in ihren Ausschreibungen, bspw. beim kommunalen Holzbau, den Einsatz von Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Darüber hinaus legte die Stadt ein detailliertes Konzept vor, wie im gesamten Jahr 2020 der Waldhauptstadttitel in der Außendarstellung genutzt werden soll. Dieses enthält eine Vielzahl an Maßnahmen, welche die Bedeutung von nachhaltiger, klimafitter und zukunftsorientierter Waldbewirtschaftung lokal und regional hervorheben werden.

„Unsere Wald-Region erlebt aktuell durch Stürme, Dürre und Borkenkäfer eine extrem schwierige Situation. Trotzdem - nein, gerade deshalb! - haben wir uns als Waldhauptstadt beworben“, sagt Dr. Thomas Schöne, Bürgermeister der Stadt Warstein. Gemeinsam mit dem 1. Beigeordneten Stefan Redder ergänzt er: „Denn wir müssen auf die Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz und für unsere Lebensqualität aufmerksam machen. In der Stadt Warstein betreiben wir bereits seit Anfang der 1990er Jahre naturnahe Waldbewirtschaftung. Das heißt, wir haben kontinuierlich Mischwaldflächen entwickelt, so dass der Anteil an Laubhölzern heute schon signifikant ist.“ In Zeiten des Klimawandels gelte es allerdings, die Genressourcen über die natürlichen Vorkommen hinaus zu erweitern. Gerade Bäume, die längere Phasen von Hitze und Trockenheit überstehen können, fehlen in den Wäldern. „Deshalb planen wir künftig Bäume mit hoher Standhaftigkeit, wie unter anderem die Weißtanne, die im Sauerland natürlicherweise nicht vorkommt, stärker mit ein", so Schöne und Redder. Der Wald der Stadt Warstein sei darüber hinaus durch viele Sehenswürdigkeiten und 400 Kilometer markierter Wanderwege sowie 80 Kilometer Radwege ein wichtiger Tourismusfaktor. „Besuchen Sie uns und feiern Sie mit uns die Auszeichnung zur PEFC-Waldhauptstadt 2020!“

Die Stadt Warstein profitiert von der Ernennung zur PEFC-Waldhauptstadt nun auf vielfältige Weise. Als Preis erhält die Stadt von PEFC Deutschland 1.000 Forstpflanzen zur Pflanzung im Stadtwald. Zudem unterstützt PEFC Deutschland Warstein bei Aktivitäten zur Bekanntmachung des Titels mit einem Betrag von 3.000€. In den nächsten Wochen wird die offizielle Urkundenübergabe an die Waldhauptstadt Warstein erfolgen.

Hintergrundinformationen zum Wettbewerb „PEFC-Waldhauptstadt“:

Im Rahmen des Wettbewerbs konnten Städte und Gemeinden, die sich in besonderer Form für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung engagieren sowie auf eine langjährige Bewirtschaftung ihrer Wälder nach den PEFC-Standards zurückblicken können, ihre Bewerbung zur PEFC-Waldhauptstadt einreichen. Die Jury, die aus den Mitgliedern von PEFC Deutschland e.V. bestand und sich somit unter anderem aus Vertretern des Waldbesitzes, der Holzwirtschaft sowie Umweltverbänden und Gewerkschaften zusammensetzte, wählte Warstein auf Platz 1. In den vergangenen Jahren wurden folgende Städte und Gemeinden ausgezeichnet: Wernigerode im Harz / Sachsen-Anhalt (2019), Heidelberg (2018), Brilon im Sauerland / Nordrhein-Westfalen (2017), Ilmenau / Thüringen (2015), Freiberg / Sachsen (2013), Rottenburg am Neckar / Baden-Württemberg (2012) und Augsburg (2011).

 

Fotoverzeichnis: Bild von PEFC Deutschland 
Literaturverzeichnis: Stadt Warstein ist die PEFC-Waldhauptstadt 2020, Abgerufen 17.12.2019 von https://pefc.de/presse/stadt-warstein-ist-die-pefc-waldhauptstadt-2020
Montag, 02 Dezember 2019 08:52

Braucht das Fichtenmoped einen neuen Namen?

MS ohne Sonderkraftstoff PEFC

Im PEFC-zertifizierten Wald wird Sonderkraftstoff getankt, so werden gesundheitsschädliche Abgase vermieden

Für die meisten Waldbesitzer gehört es schon zum guten Ton: die Verwendung von Sonderkraftstoffen anstelle des „Selbstgemischten“. Das schon vorgefertigte Gemisch der Hersteller erfreut sich immer größerer Beliebtheit, bietet es dem Anwender doch viele Vorteile.

Der Sonderkraftstoff, auch Kraftstoffmix oder Alkylatbenzin, enthält kein krebserregendes Benzol und keinen Schwefel. Dies macht sich bereits bei der ersten Anwendung bemerkbar. Klagte der Waldbesitzer früher öfter über Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Erschöpfung, weil er die giftigen Abgase der Motorsäge eingeatmet hat, bleiben solche Symptome heute aus.

Daher ist der Einsatz von Sonderkraftstoff Pflicht im PEFC-zertifizierten Wald. Es gibt aber auch eine Reihe technischer Vorteile. Wurde die Motorsäge für längere Zeit nicht genutzt, z. B. während des Sommers, entmischte sich der Kraftstoff aus Motoröl und Benzin. Der Sonderkraftstoff ist hier klar im Vorteil, eine Entmischung ist während der maximalen Aufbewahrung von 2 bis 5 Jahren nicht gegeben. Ein Gewinn vor allem für Waldbesitzer, die unregelmäßig mit der Motorsäge arbeiten. Der Kraftstoff kann ohne weiteres über den Sommer in der Säge verbleiben ohne im Herbst den berühmten Kolbenfresser zu verursachen.

Alles in allem eine super Sache, dieser Sonderkraftstoff, doch ist es ohne die typischen Abgase vielleicht kein klassisches stinkendes Fichtenmoped mehr? Keine Sorge, was wirklich zählt, bleibt natürlich: der röhrende Sound, wenns im Herbst wieder losgeht!

Praxistipp:

Bei älteren Motorsägen hat sich im Lauf der Jahre eventuell Ruß ablagert, welcher durch den Sonderkraftstoff abgelöst wird. Eine Motorspülung durch einen Fachhändler kann dem vorbeugen.

 

Fotonachweis: PEFC Bayern

Literaturnachweis: PEFC Bayern, Max-Joseph-Str. 7, 80333 München, Email vom 28.11.2019

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